Das Südtor ist neben dem kleineren und auch weniger befestigten Osttor der einzige Zugang zur Zitadelle. Hier werden Reisende empfangen (oder abgewiesen) und es ist ständig bewacht. Es verfügt über zwei Fallgatter und eine eigene Besatzung. Gerüchten zufolge ist hier ein verborgener Hehler zu finden, ähnlich dem an der Wegscheide, aber die Preise sollen erheblich teurer sein.
Das Südtor
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In der Nacht hatte Alfred fest geschlafen und gleich beim ersten Tageslicht war er aufgestanden. Er schickte die fünf Pferde der Leute Azarons zum Südtor, zusammen mit Nahrung für Mensch und Tier, die einige Tage reichen würde. Die Sättel und Zügel waren ausgebessert worden und so gut wie neu.
Alfred war selbst nicht dort, da er sich an Salmars Abschied erinnerte und wollte ihm nicht noch einmal begegnen. Aber er schickte Gnarl, mit einer Depesche in Briefform an Kalmar, die ihn endgültig zum Heerführer Avalons erhob. Ab sofort hatte Kalmar alle Befehlsgewalt...
Gnarl aber wartete geduldig. Er wußte, daß Alfred sich in die Kaserne zurückgezogen hatte. In der Depesche stand, daß Kalmar ihn dort aufsuchen sollte, wenn er zurückkehrte. Gnarl war niedergeschlagen, wegen Alfreds Rücktritt und wegen der bevorstehenden Schlacht. Aber er ließ sich nichts anmerken. -
Azaron kam am Südtor an. Azaron und Victoria gingen zu den Pferden und befestigte die beiden Schwerter an seinem Pferd.
Wenn es soweit wäre, würde alles sehr schnell vorbei sein. Azaron stieg auf sein Pferd und auch Victoria, dessen Pferd auch noch am Südtor gewesen war, bestieg ihr Pferd. Dann steuerte sie neben Azaron. Sie wollte in seiner Nähe sein. Azaron sagte nichts, da ihn das nicht störte, aber der Grund blieb ihm verborgen. Victoria griff nach Azarons Hand und hielt sie fest. Azaron verstand dies als nochmalige Bestätigung das sie ihm helfen würde. Aber den wahren Sinn hinter dieser Geste blieb ihm verschlossen. Würde Victoria nicht wissen wieso dies so war, wäre sie jetzt vermutlich enttäuscht gewesen oder gekränkt. Sie hielt Azarons Hand ganz fest. Sodass Azaron ihr beschleunigter Herzschlag hören konnte. Diesen deutete er als Nervösität oder Angst. Also machte er ihr Mut.
Azaron wartete dann auf die noch fehlenden. Sie würden gemeinsam Avalon verlassen. Dann würden er und Victoria sich von den anderen trennen, die einen steuern auf die Ebene zwischen Avalon und Baal und die anderen direkt auf Baal zu. Ab dem Moment wäre es wohl das letzte Mal wo sie ihn sehen würden. Nur einer der zwei Reiter würde von Baal Richtung Avalon zurückkehren.
Sobald die anderen bereit waren würden die Gatter hochgezogen und die letzten Spielzüge beginnen.
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Kalte Morgenluft strömte durch die Halle zwischen den beiden Fallgittern. Aber bald würde es wärmer werden. Salmar war Azaron in knappem Abstand gefolgt und fand nun außer diesem und der Reiterin Gnarl, einen Hauptmann Alfreds vor. Er wies ihn drauf hin, dass er Kalmar seit der Beratschlagung nicht mehr gesehen hatte und er sich nicht sicher war, wo er zu finden sei, ebenso wenig, wo die anderen waren.
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Kalmar hatte sich nach der Ratssversammlung zurück gezogen. Nur Tarl, den er vor der Schlacht zur Festung zurück geschickt hatte liess er zu sich. Sein Bruder und sein Vetter hatten keine Zeit, und Kalmar hätte auch nicht zugelassen das sie ihn bei seinen Vorbereitung und zuletzt bei seiner wohlverdienten Nachtruhe störten.
Am Morgen früh erwachte er. Er zog sich zuerst die Kleidung und dann den Harnisch der Festung an. Beides hatte am Abend zuvor bereitgelegt. Es war für ihn zwar ungewöhnlich mit Harnisch zu kämpfen, doch bald würde er offiziel der oberste General der Festung sein. Er wollte in seinen Kriegern das Bild eines grossen Kämpfers in strahlender Rüstung vermitteln. Das häufchen Elend dass vorhin seine Kleidung darstellte waren dazu gänzlich ungeeignet. Über die Rüstung zog er den Umhang mit Avalons Wappen darauf. Heute würde er als Avalonier kämpfen. Dann befestigte er sein eigenes Schwert am Gürtel und Uriel in seiner Schneide trug er mit den Händen auf den Aussenhof.
Da sammelten sich bereits die verbliebenen Truppen Avalons. Kalmar kannte kaum einen von ihnen, doch bald würde jeder unter seinem Kommando dienen. Er hoffte er würde der Richtige dafür sein.
Dann kam er beim Südtor an. -
Gnarl konnte gar nichts erwidern, denn da kam schon Kalmar. Aber er hatte sich verändert. Seine alte Ausrüstung hatte er gegen einen Harnisch ausgetauscht. Auch hatte er nun einen Umhang mit dem Wappen Avalons übergeworfen. Gnarl ging zu ihm hin, sobald er ihn erblickte.
Kommandant Kalmar! Ich habe hier eine Nachricht von Alfred für Euch.
Mit einer Verbeugung überreichte er die Depesche.
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Es dauerte nicht lange, nur ein paar Augenblicke, als auch Kalmar zum Südtor kam, gefolgt von Meli.
Sakana war, wie Azaron es gewünscht hatte, in der Burg zurückgeblieben.
Der Waldläufer war nun dem Heerführer gewichen und so war er auch gerüstet. Salmar kannte Kalmar
Trotz der gemeinsamen Reisen noch nicht lange und er hätte nicht gedacht, dass Kalmar aus freien
Stücken eine Rüstung anlegen würde. Aber er hatte es doch getan. Gnarl überreichte sogleich einen Brief
an Kalmar. Er würde wohl von Alfred sein, aber der alte Hauptmann war nicht da. Also, so schätzte
Salmar, hatte dieser beschlossen, den Dingen seinen Lauf zu lassen. Aber es war besser so. Keine
Abschiede, keine Ansammlung, die ihrer Abreise zusah. Salmar wartete, bis Kalmar die Nachricht in
den Händen hielt und stieg dann in den Sattel. -
Nach der Erledigung seines Auftrages verließ Gnarl unter Glückwünschen für die bevorstehende (letzte) Reise das Südtor, um in der Außenburg wieder seinen Posten zu beziehen. Neben seinem Pflichtgefühl, das ihn rief, wollte er auch nicht zu sehen, wie die Gruppe schließlich fortging.
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Kalmar nahm die Depesche von Gnarl entgegen. Er glaubte zu wissen was sie enthaltete. Es war gar nciht anders möglich, denn sonst wäre Alfred vor Ort und Stelle und würde die Truppen organiesieren und ordnen. Nur eine der Aufgabe die nun auf Kalmar fielen.
Der frisch ernannte Heerführer sass auf, wendete sein Pferd und gab allen Hauptmännern den Befehl ihre Truppen zu führen, immer schön Salmar und Kalmar hinterher.
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Unter dumpfem Rattern wurde das äußerste Gitter weit in die Höhe gezogen und der Blick auf das Dorf wurde frei.
Hier und da war schon jemand unterwegs, aber in den meisten Häusern, die vom Tor aus zu sehen waren, herrschte
noch Ruhe. Umso besser. Salmar blickte hinter sich und sah eine lange Reihe Krieger hinter ihnen herziehen. Sie folgten
Kalmar und als er ein Stück geritten war, sah es so aus, als würden einige auch ihm folgen. Das ein oder andere Gesicht
hatte er schon in der Schlacht auf den Ebenen gesehen. Etliche waren altgediente Männer, welche schon in vielen Kämpfen
um die Festung auf dem Feld gestanden waren: gegen Orks aus den Bergen und vor allem gegen die Dunkelelfen, kurz
nachdem White Lady verschwunden und Darkwulf, den Salmar damals nur flüchtig kannte, auf der Suche nach ihr verschol-
len war. Salmar fragte sich oft, ob die meisten dies überhaupt noch wussten. Konnte man diese alten Dinge wirklich vergessen
haben?
Salmars treuer Schimmel trug ihn neben Azaron und Kalmar durch die Straßen des Dorfes. Der Lärm der Krieger hinter
Ihnen weckte den einen oder anderen Dorfbewohner auf, bis ihnen tatsächlich einige Dutzend nachblickten, als sie über den
Fluss setzten?ooc: Weiter geht?s auf den Ebenen, schlag ich vor.
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Während die Avalonier feierten, blieb Alfred den Feierlichkeiten fern. Er machte sich nicht viel daraus und auch so war er nicht mehr im richtigen Alter für solche Dinge. Er hatte sich nur kurz blicken lassen, aber weder Kalmar noch sonst jemand war da anwesend. Daher ging er zum Südtor und durchwachte dort die Nacht mit den Wachen. Er war glücklich darüber, daß es vorbei war. Natürlich hielt auch er die Totenwache, aber er ging weder in den Außenhof noch in die Kaminhalle. So blieb er im Südtor bis zum nächsten Morgen.
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Und kurz nach Tagesanbruch kamen die Fornaxischen Truppen an.Alfred war am Südtor,das sah Valorian.So stieg er kurz nach passieren des Tores ab und ging auf Alfred zu.
<Guten Morgen Alfred.Ihr hattet recht.Wir sind viel zu spät losgeritten...>
Er sah Alfred nicht ins Gesicht...
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Alfred sah fornaxianische Truppen heranmarschieren. Er befahl, das Tor zu öffnen. Valorian war mit dabei, aber er konnte nirgendwo Laharath entdecken und Valorians Worte ließen Alfred Schlimmes vermuten.
Ja, ihr seid zu spät. Die Schlacht ist seit zwei Tage vorbei, eigentlich drei, wenn man den Tag mit nimmt, der vor uns liegt. Wo ist Laharath? Er war doch der, wer die Fornaxianern dazu brachte, nach Avalon zu kommen? Ich hoffe, ihm ist nichts passiert. Er ist ein Junge, der viel erreichen will.
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Kalmar hatte nicht besonders viel geschlafen. Die letzten Tage steckten ihm noch tief in den Knochen. Als er in die Offizierskantine eingetreten war nicktem ihm alle Anwesenden annerkennend zu. Er war mit Abstand der jüngste von ihnen, doch war er es der von Alfred zu seinem Nachfolger ernannt wurde.
Er wollte sich gerade setzen als ein Page hineinstürmte und rief: "Fornaxier! Fornaxier, sie stehen am Südtor!"Kalmar erinnerte sich. Er hatte etwas vernommen dass einige Abenteurer nach Fornax aufgebrochen waren um Verstärkung zu holen. Auch wenn es von vorneherein klar war, dass sie nie und nimmer rechtzeitig ankommen würden, wollte er dieses wackere Grüppchen kennen lernen. Und als oberster Militärischer Würdeträger war es sowieso seine Pflicht diese Truppen zu empfangen.
Am Südtor angekommen sah er das Alfred bereits bei ihrem Anführer war und mit ihm sprach. Er trat heran.
"Herzlich willkommen in Avalon." er blickte zu Alfred. "Alfred." und nickte ihm zur Begrüssung zu.
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<Das herzlich Willkommen nehme ich gerne an.>
Valorian lächelte leicht beherzt.
<Wir wissen aber nicht wo Laharath steckt.Er ist mitten unter dem Ritt verschwunden.Ferhat wurde eben auf den Ebenen von einem Pfeil erschossen.So blieben nur noch Kastor und ich als Anführer...>
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Bevor Valorian Antwort geben konnte, tauchte plötzlich Kalmar auf. Alfred war froh ihn zu sehen, auch wenn seine Erscheinung etwas sonderbar war. Er war wirklich jung im Gegensatz zu manch anderen.
Aber bevor Alfred den Heerführer überschwänglich begrüßen konnte, berichtete Valorian davon, daß einer ihrer Gefährten erschoßen wurde.Wann ist das geschehen? Und wo? Ich dachte, die Feinde wären alle besiegt?
Alfred sah dabei zu Kalmar.
Oder sind welche entkommen?
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<Ich weiß nicht wer oder was den Pfeil abgeschossen hat,der Ferhat aus dem Sattel hob.Ich habe nur ein Amulett von ihm zurücklassen können.Er wurde direkt dort bestattet wo er erschossen wurde.Was mit Laharath geschehen ist kann ich nicht sagen.Seid ihr vom Krieg eingeholt worden während wir weg waren?>
Die Fornaxischen Krieger gingen langsam in die Burg auf verschiedene Tavernen zu.Einige jedoch blieben noch bei Valorian und Kastor.
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Der Krieg ist so zusagen über uns hinweg gegangen. Die Schalcht ist zu Ende und wie ich sagte, war Fornax in zu weiter Weg, um Verstärkung zu holen. Die Feier war die letzte Nacht und die Toten werden bald bestattet.
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<Umsonst auf dem Weg gewesen,Zwei Kameraden verloren und die schlacht nicht miterlebt.Das waren keine guten Ereignisse...>
So gingen Valorian und Kastor allein zur Kaminhalle um sich auszuruhen...
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Es war klar und deutlich zu hören, daß Valorian enttäuscht war. Aber Alfred konnte auch nichts daran ändern. Wenn denn jemals wer etwas ändern könnte. Natürlich tat es ihm Leid, was passiert war. Auch wenn dies nicht ausreichen würde.
Kalmar, ich dachte, alle Feinde sind besiegt worden?