Wie ist Siege of Avalon so im Vergleich zu anderen RPGs aus der Zeit?

  • Ich hab SoA damals als 11-jähriger auf der CD von Computer Bild Spiele entdeckt. Es war eins meiner ersten PC-Spiele überhaupt und ich war damals mächtig beeindruckt.


    Aber wie ist SoA so im Vergleich mit anderen RPGs aus der Zeit, z.B. Baldurs Gate? Ich habe es neulich mal probiert, bin aber leider nicht reingekommen.


    Ist SoA im Vergleich dazu purer Jank? Ist es gut, ist aber nur nicht richtig angekommen beim Publikum? Ist es müsig Vergleiche anzustellen, weil man eh immer Äpfel mit Birnen vergleicht?

  • Ich habe mich immer schon das Gleiche gefragt. In meinem schulischen Umfeld kannte niemand SoA, dort wurde Diablo II gespielt. Das wiederum habe ich nie gespielt.


    Der ausbleibende Erfolg von SoA könnte durchaus an der (besseren) Konkurrenz gelegen haben. Das viele Lesen hat es wohl dem Einen oder Anderen verleidet.

  • Es wird bewertungstechnisch als etwas schlechter als Baldurs Gate 2 oder Diablo 2 angesehen. Die kamen im gleichen Jahr raus.

    Hauptgrund warum das Spiel nicht so gut ankam, war das episodische. Kapitel 3 hat einigen nicht gefallen, was zur Folge hatte, dass weniger Kapitel 4 weitergespielt/gekauft haben. Das ging mit weiteren Kapiteln so weiter.

    Das viele Gelese ist auch nicht jedermans Sache.

    Und der Versuch das ganze nur digital zu vermarkten, war seiner Zeit voraus.


    Aus meiner Sicht aber ist da so viel Nostalgie drin, dass ich weder Baldurs Gate noch Diablo besser finden würde.

    Wo ich bin klappt nichts,...
    aber ich kann ja nicht überall sein.

  • Naja, jeder der alle drei spiele gespielt hat, weiß dass von der Steuerung her die anderen beiden Spiele doch schöner sind als SoA.
    Dafür hat SoA einfach viel besser immersiv eine Geschichte erzählt.
    SoA ist technisch einfach ne halbe Katastrophe. Jeder der mal ChaptEd benutzt hat weiß was ich meine.

  • Ich hab Diablo tatsächlich nie gespielt. Ich hörte aber, dass es eher ein Hack'n'Slash ist, also der Fokus auf dem Umhauen von Monstern liegt, was ja völlig anders ist als SoA, das ja mehr storylastig ist. Ich hatte auch immer das Gefühl ein Buch zu erleben, damit wurde ja auch geworben, wenn ich mich richtig erinnere.


    Was das Lesen angeht, fällt mir direkt Morrowind ein. Hier musste ja auch viel gelesen werden, trotzdem schien es die Spieler nicht abgeschreckt zu haben!

  • Ist SoA im Vergleich dazu purer Jank? Ist es gut, ist aber nur nicht richtig angekommen beim Publikum? Ist es müsig Vergleiche anzustellen, weil man eh immer Äpfel mit Birnen vergleicht?


    Die Spielelandschaft in 2000 war halt so: Viele hatten noch keinen Regelmässigen Zugang zum Internet. Kleinere Titel waren automatisch im Nachteil, Magazine wollten meistens nur von den AAA/AA Publishern etwas wissen. Wenn du also keinen Publisher hast, der mächtig auf die Werbetrommel geht, wird es halt schwierig. Ausser Diablo war auch Pokemon, Chrono Cross und Deus Ex mit dabei wenn wir über RPGs als ganzes reden, da wird es halt schwierig. Entweder musst du dich grafisch/technisch von den anderen abheben oder du musst stark sichtbare, vermarktbare Hauptfiguren haben. Ja, Mithras Actionfiguren wären sicher nicht schlecht :p

  • Von der Download Strategie wusste ich noch gar nichts. Ich hatte damals meinen Vater zu Mediamarkt geschickt, wenn ich mit einem Kapitel fertig war. :D


    Aber abseits vom Marketing und co... War es denn objektiv gesehen ein gutes Spiel?

  • Doch war es schon, wenn man die Atmosphäre die das Spiel rüberbringen will betrachtet.

    Was technischen Überlegungen anbeloangt, so gab es schon gute Ideen. Z.B. wollte man damals der Zeit vorraus sein und eine Laufmöglichkeit ins Spiel integrieren (also statt nur gehen zu können). Das war meines Wissens dann schon eine Neuerung. Ferner noch die ganzen Layers um seine Character zu kleiden.

    Was zu leiden hatte, war das Kampfsystem in Bezug auf Nahkampf oder Bogen.


    Wenn man also eine colle Geschichte haben will, die auch tief geht (z.B. Charaktere), dann ist es schon recht gut. Die Umsetzung mag vielleicht hier und da seine Schwächen haben. Wenn man das jetzt aber mit neueren Titel vergleicht, dann schauts schon wieder ganz anders aus. xd

    Wo ich bin klappt nichts,...
    aber ich kann ja nicht überall sein.

  • Ja, die Charaktere finde ich auch gut gelungen. Trotzdem man "nur" lesen konnte waren die Charaktere doch gut ausgearbeitet, unterscheidbar und einprägsam, sogar solche, die einem nicht mal Quests gegeben haben.


    Wie oft ist es so, dass man in RPGs von einem NPC eine Aufgabe bekommt, der nach Abschluss jener nichts mehr zu sagen hat. In SoA dagegen haben so viele Charaktere sogar Kapitel-spezifisch etwas neues zu erzählen. Sehr immersiv, ich mag sowas.


    So einen richtigen Twist gab es in der Story zwar nicht, aber den Perspektivwechsel in Kapitel 4 fand ich sehr stark. Vorher waren die Ahoul nur Kanonenfutter, Gut gegen Böse und so. In dem Kapitel hat man gemerkt, dass die Ahoul auch keinen Bock darauf haben und nur von ihrer herrschenden Klasse getrieben sind.


    Das Layersystem hab ich so auch nie wieder so richtig gut gesehen. Klar hab es z.b. in Morrowind o.ä. auch zerstückelte Rüstungen, aber das waren eigentlich immer Sets und wenn da ein Teil nicht gepasst hat, sah es immer beschissen aus. So eine Freiheit wie in SoA ist schon cool.

  • Von der Download Strategie wusste ich noch gar nichts. Ich hatte damals meinen Vater zu Mediamarkt geschickt, wenn ich mit einem Kapitel fertig war. :D


    Aber abseits vom Marketing und co... War es denn objektiv gesehen ein gutes Spiel?

    Bevor man SoA auf CD Kaufen konnte wurde es Kapitelweise als Download vertrieben und damals über Web.de vermarktet.
    War wirklich vor seiner Zeit. Dummerweise war die Aktivierung buggy as hell (einer der Gründe wieso sich die Supportforen damals so gut gefüllt haben).

  • Bevor man SoA auf CD Kaufen konnte wurde es Kapitelweise als Download vertrieben und damals über Web.de vermarktet.
    War wirklich vor seiner Zeit. Dummerweise war die Aktivierung buggy as hell (einer der Gründe wieso sich die Supportforen damals so gut gefüllt haben).

    Spannend wie wichtig es ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, damit eine Idee zündet. Glaub zu der Zeit war es ja schon eine Qual nur eine Musikalbum in mäßiger Qualität herunterzuladen. Da haben sie sich ja ganz schön was getraut bei Black Star!

  • Ich kann nur sagen das ich damals nur Siege of Avalon gezockt hat. Diablo und Baldursgate hatte ich nicht auf der Platte. Das Einzig vergleichbare war nur Divine Divinity.


    Siege of Avalon war mein erstes Rollenspiel das ich damals hatte. Es hat ne weile gedauert bis ich alles kapiert habe, weil ich als Kind so ein Kandidat war der viel weggeklickt hat von daher habe ich, kein Witz gar nicht geschnallt das Corvus mein Bruder ist. Sie dürfen über mich lachen XD Als dann der Groschen gefallen ist war es eine Wahnsinns Tolle Erfahrung. Es wurde ja die Immersion angesprochen und da kann ich auch nur zustimmen das diese sehr hoch ist. Das Lesen macht mir mittlerweile auch nichts mehr aus im Gegenteil das macht den Charme aus für mich :) Es war für mich ein erhebender Moment wo zum ersten Mal im Spiel mein Name genannt wurde. Da fühlt man sich als Charakter mit Gewicht. Auch die Rangaufstiege (Ranger, Ritter, Zauberer) machen für mich viel aus. Ach ja danke das Ihr den Zusätzlichen Platz für die Überjacke geschaffen habt. Jetzt kann ich als Ritter endlich meine Komplette Rüstung anlassen ;)


    Was für mich auch extrem zur Atmosphäre zuträgt ist die Musik...Die ist so Klasse und grad die Endsequenz wenn du durch bist im 6. Kapitel: GÄNSEHAUT und das jedes mal!!!


    Was mir fehlt ist das Man schlafen kann oder ein eigenes Quartier bekommt. Klar man hat Mutmaßlich das Quartier am Anfang wo du drin stehst mit Corvus aber gut das sagt dir halt keiner Offiziell. Was auch schade ist das man die Burg nicht komplett Betreten kann. Man sieht ja viele Bereiche auf der Karte. Das ist aber meckern auf hohen Niveau :)