Kaum hat es gedämmert, huscht ein dunkel gekleideter Mann, halb im Graben und halb auf dem Gras neben der Straße durch die frühe Nacht. In letzter Zeit hat er viel zu tun: Seine Spitzel bei Laune halten, Wissenswertes über die Schlachten auf der Ebene erfahren und schließlich hat er noch seines gleichen ausfindig zu machen. Nun, fast seinesgleichen. Ihm scheint so, als ob der Mann unter dem Auftrag eines anderen Mannes steht. Gunther aber arbeitet nur im Auftrag seiner eignen Gier - welch hässliches Wort - und hat mit Diebstehlen, die ihm aufgetragen wurden noch nie etwas am Hut gehabt.
In seiner Tasche rascheln leise die Splitter von Halbedelsteinen. Garol soll sie bekommen. Er wird dem Schuft am einen anständigen Preis abpressen. Man kann seine Ausrüstung ja nicht bei jedem beliebigen Gerber ausbessern lassen - Geld muss da schon fließen, damit nichts ans Tageslicht kommt. Und hier an der Wegscheide gab es den ein oder anderen Handwerker, der wunderbar korrupt und dem Geld sehr zugetan war. Gunther lacht in sich hinein. Je reicher die Leute, desto mehr wollen sie und das nutzt er aus.
Nachdem Gunther gut und gerne eineinhalb Stunden, Pausen nicht eingerechnet, gelaufen ist, kommt er schließlich zum Rand der Siedlung. Dort schlich schon ein anderer Mann mit schwarzem Bart umher. Dies war Garol. Im Vorübergehen sagte Gunther wie beiläufig: Eine annehme Nacht, mein Herr, dunkel ist sie zwar, aber kleine Sterne leuchten uns den Weg. Das war die vereinbarte Begrüßung. Gleich darauf ist Garol verschwunden und Gunther verschwindet ebenfalls hinter der nächsten Hausecke. Dort hinten dann, auf der Rückseite des Hauses, an einem alten Bierfass lehnt Garol. Er macht einen recht aufgeräumten Eindruck. Gute Bedingungen, um mit ihm zu verhandeln?