Posts by Gunther

    Leicht verwundert über Baztis letzte Aussage machte sich Gunther auf, das Haus in Augenschein zu nehmen. Er suchte es diesmal nicht sofort auf, sondern zog einen Halbbogen darum, aber er traf auf nichts, außer Tieren in der Nacht. Vereinzelt waren Geräusche aus den nahe liegenden Häusern zu hören, aber sonst war es still. Nachdem Gunther niemand auffälliges bemerkt hatte, bewegte er sich auf die hintere Seite des Hauses zu. Er öffnete den Laden des einzigen Fensters im Erdgeschoß an dieser Hauswand und spähte hinein. Die Einrichtung war sehr sporadisch und zu sehen war niemand. Jedoch wagte es Gunther nicht, das Haus zu betreten und öffnete nur den zweiten Fensterladen, kroch auf die andere Seite und blickte wieder hinein. Er konnte nicht ganz bis zu Treppe sehen, die nach oben führte. Aber die Tatsache, dass alles verschlossen war, ließ keinen anderen Schluss zu. Das haus war leer und es hab keine Anzeichen dafür, dass man es zuvor mit Fallen versehen hatte und Wachen waren ebenso nicht in der Nähe. Alles, was man erkenne konnte, war, dass erst vor kurzem das Haus noch benutzt worden war. Gunther schloss die Fensterläden und kehrte zurück zu Bazti, auf ähnlichem weg, schnell, aber nicht ohne die nötige Vorsicht. Gunther passte es gar nicht, was er gesehen hatte.


    Keine Falle, Cerborr ist fort und verbirgt sich anderswo. Die Wache aus der Kaserne diente zum Ablenken. Ich möchte zu gern wissen, wer Cerborr gewarnt hat.

    Gunther konnte Baztis Zeichen nicht so recht deuten. Entweder war niemand im Haus oder wenn doch, waren sie unentdeckt geblieben. Aber was es auch, war, so schien es in bester Ordnung zu sein. Allerdings vergaß Gunther nicht, auch eine Falle außer Acht zu lassen. Er legte einen Pfeil auf und schlich näher, nachdem er eine zeitlang auf fremde Geräusche geachtet hatte. Man konnte nie wissen. Als er beim Haus angekommen war, lauschte er an der Tür, aber nichts war zu hören. Gunther suchte Bazti auf und flüsterte.


    Leer. Cerborr muss wissen, dass etwas in Gange ist. Ob dies für ns eine Falle ist, oder er nur umgezogen ist, müssen wir jetzt herausfinden. Ihr bleibt besser erst einmal hier, wo Ihr seid.

    Na dann hoffen wir, dass sie alle ihre losen Zähne für die Zahnfee unter das Kissen gelegt haben.


    Weit und breit war auf den Straßen nichts zu sehen, nur ab und an etwas zu hören.


    Mir schwirrt noch gar nichts im Kopf herum. Eine Bärenfalle vor der Haustür wäre etwas plump, aber sicher effektiv. Aber jetzt weiter.


    Lautlos schlich Gunther entlang der Hauswände, duckte sich unter die Fenster, wenn eines doch erleuchtet war und näherte sich gemeinsam mit Bazti der nicht übersehbaren Straße, die zum Südtor führte. Es wäre zu erwarten gewesen, dass der ein oder andere dort unterwegs war, aber nicht einmal Wachen waren zu sehen. Vermutlich waren die Männer noch mürbe von den Schachten auf der Ebene. Schließlich war Cerborrs Haus in Sicht, doch alle Fenster waren verschlossen und kein Licht brannte. Gunther setzte sich in eine Hausecke und wartete. Im Südtor war, wie abzusehen war, Licht.


    Sieht aus, als sei alles verlassen oder Cerborr weiß über uns Bescheid, woher auch immer. Das gilt es jetzt herauszufinden. Trennen wir uns.


    Gunther kroch ein Stück zurück. Er würde die Straße an einer Stelle weiter hinten überqueren, wo man ihn nicht so leicht ausmachen konnte, wie an dieser Stelle. Doch ein paar Schritte entfernt winkte er Bazti zu, auf Das Haus deutend, was heißen sollte, er solle sich von der Straßenseite dem Haus nähern, auf der er sich eben befand.

    Ausspähen, was sich auf den Straßen tut. Aber das Tor muss noch geschlossen werden, um keinen Verdacht zu erwecken.


    Es war wohl klar, wessen Aufgabe dies nach Gunthers Vorstellung war.


    Dann bewegen wir uns auf Cerborrs Haus zu. Ein schwieriger Platz für einen Mord findet Ihr? Der Mörder muss nicht unbedingt anwesend sein, um zu morden.


    Dann sagte Gunther nichts mehr, sondern war bereits beschäftigt, die Vorgänge im Dorf unmittelbar vor ihnen zu beobachten. Er überlegte. Wenn Cerborr streben würde, gelänge es Lord Belmor dann lange, den Rat hinzuhalten? Wäre Gunthers Drohung ihm gegenüber stark genug, die aufschreienden Stimmen nach einem plötzlichen Ableben des Wachhauptmannes verstummen zu lassen?

    Als Bazti verschwunden war, nahm Gunther beide Pferde mit sich und führte sie ein weites Stück entlang der Mauer nach Osten zurück. Mit kleinen Pflöcken, die er in die Erde bohrte, hinderte er die Pferde am Davonlaufen. Danach kehrte er zum Tor zurück, wo Bazti ihm mitteilte, dass die Toten gut versteckt waren. Aber sie sollten die einzigen Getöteten diese Nacht bleiben. Nach einiger Zeit, in der Gunther wachsam am Torbogen gewartet hatte, hatte Bazti das Tor geöffnet, breit genug, um sich hindurch zuzwängen. Er nahm die Handschuhe und Stiefel wieder an sich. Wortlos huschte Gunther durch das Tor und hielt sofort auf ein Gebäude links von ihm zu. Dort wartete er auf Bazti.

    Gunther ritt nachdem Bazti die Mauer erkletterte, näher an das Tor, halbwegs gut sichtbar von oben aus. Ein dunkler Umriss erschien zwischen den beiden Türmen des Tores und blickte nach unten, sicher missgünstig und auf einen Angriff gefasst. Die Wache stierte nach unten und Gunther nach oben. Plötzlich hörte man ein Krachen auf der Linken Seite. Der Umriss oben verschwand sofort. Gunther fluchte. Er ritt noch näher ans Tor, falls die Wachmänner auf ihn schossen, auch auf die Gefahr hin, dass das Tor plötzlich aufging und Soldaten herauskamen. Daher nahm er den Bogen. Kurz darauf hörte man einen zweiten Aufprall, nachdem es still wurde. Keine Rufe oder Signale, um Verstärkung herbeizuholen. Gunther ging davon aus, dass Bazti die Männer erledigt hatte. Doch statt das Tor zu öffnen, kam er zurückgeklettert.


    Die Tracht der Wachen ist nur hinderlich. Wir müssen nun sehr schnell sein. Die Leichen müssen fort und das Tor geöffnet werden. Kümmert Euch darum, ich schaffe die Pferde außer Reichweite. Die dunklen Ecken der Häuser müssen genügen.

    Ganz recht. Ich lenke die Wache am Tor ab, bei Euch ist die Gefahr zu groß, dass man Euch erkennen könnte. Die Pferde lassen wir hier, sie sind im Dorf eher hinderlich, wenn man bedenkt, dass wir komplett hindurch müssen. Ich bringe die Wachen dazu, herunterzukommen. Ich überlasse Euch nun etwas sehr wertvolles.


    Gunther zog ein Paar Handschuhe heraus und ein aus der Satteltasche ein Paar abgetragene Stiefel. Beides war mit metallenen Haken bewehrt an Fingern, Handflächen und Stiefelspitzen.


    Damit könnt Ihr auf die Mauerkrone klettern, aber macht rasch, bevor Euch die Kräfte verlassen, es ist sehr anstrengend. Wenn Ihr die Wachen ausgeschalten habt, oder wenn es möglich ist, tue ich das bereits mit denen, die unten sind, öffnet Ihr mir das Tor.

    Langsam, um kein verdächtiges Geräusch zu verursachen, ritt Gunther so nahe es möglich war an der Stadtmauer entlang. Er und Bazti befanden sich somit im toten Winkel der Wachmänner auf der Mauerkrone und allmählich konnten sie sich dem Tor zur Stadt nähern, das sicherlich verschlossen war. Ein Ablenkungsmanöver würde von Nöten sein. Er hielt und wartete im Schatten auf Bazti, um ihm sein Vorhaben erläutern zu können.

    Bestens.


    Sofort machte Gunther, ohne eine Erwiderung abzuwarten, kehrt und schickte sich an, das Herrenhaus in Richtung Dorf zu verlassen. Zwei der Pferde mit denen sie zu dritt vor zwei Tagen angekommen waren, standen bald schon bereit. Der Weg war weit, aber die Nacht noch jung.

    Moral und Menschlichkeit in dem Maß, in dem es ihrem Ruf noch gerecht wird. Die Leibwache bleibt fürs Erste da wo sie ist.
    Ich will bei seinem Haus sehen, ob sich dirt etwas verändert hat und wo er selbst abgeblieben ist. Am besten wir brechen gleich auf.

    Auf keinen Fall. Wer anfängt, solche Dinge mit Gefangenen zu tun, ist die längste Zeit Mitglied der Gilde gewesen. Es wird Zeit, sich Cerborrs Haus in der Stadt anzusehen.

    Ein Mann wie Ihr müsste doch bestens wissen, aus welchem Grund Fragen gestellt werden.


    Gunther wandte sich an Bazti. Er erkannte, dass aus dem Mann so nichts herauszuholen war. Vermutlich war es besser, sich nun mit Bazti weiter zu unterhalten. Er schloss die Zelletür wieder. Er ging wortlos nach oben. Er vermutete, dass Bazti nachkommen würde.

    Gut zu wissen, dass es dort einen Kerker gibt. Aber als erstes werde ich unseren "Gast" wecken.


    Gunther öffnete die Tür zur Zelle. Er nahm eine Schüssel mit kaltem Wasser von einem Sims in der Zelle und schütte sie dem Mann über den Kopf. Stöhnend wachte er auf und versuchte, sich aufzusetzen.


    Wacht schnell auf, es gibt etwas zu besprechen.


    Unter weiterem Ächzen gelang es der Leibwache, sich aufzurichten. Sofort, als er wieder bei klarem Verstand war, sah er Gunther mit hasserfüllten Augen an, doch dieser deutete mit einer kurzen Handbewegung nur auf Bazti.


    Habt Ihr diesen Mann schon einmal gesehen?

    Einer von seinen Leibwächtern also. Ich fand ihn in der Kaserne vor, wo er sich in Ceborrs Büro befand, zur falschen Zeit am falschen Ort. Er lag auf dem Holzbett und gab wahrscheinlich vor, Ceborr selbst zu sein. Habt Ihr schon einmal mit ihm gesprochen?

    Sofort stand Gunther auf und ging zur Treppe nach unten. Er bog unten in der Vorhalle in einen Gang, der zumindest zu Anfang schmal aussah, aber so breit wie ein ganzer Raum war. Über die Wendeltreppe gelangten sie in das Kellergewölbe. Dort ging Gunther geradeaus durch ein Gittertor und weiter, an zwei Abzweigungen vorbei zu einer einzelne Zelle, wo der Mann saß.


    ooc: es wäre natürlich günstig, wenn du ihn kenne würdest. ;)