Das wollte ich. Im Keller sitzt jemand, den Ihr vielleicht kennt.
Posts by Gunther
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Marcar fand Bazti in der Küche.
Gunther wünscht Euch zu sprechen. Er wartet unten im Großen Saal.
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Rammstein auch.
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Die schweren Riegel der Gittertür schnappten zu und der Mann saß gefangen in den Kellern unter der Gilde. Marcar verließ sie über die Wendeltreppe, den einzigen Ein- und Ausgang, nach oben, in den großen Saal, wo Gunther wartete. Sie sprachen kurz miteinander. Dann machte Marcar kehrt, auf der Suche nach Bazti.
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"Besser Ihr schweigt jetzt!"
Marcar war außer sich vor Wut. Ein Mann lehnte zu seinen und Gunthers Füßen an einem Felsen, der aus der Uferböschung des Voel ragte.
"Wir wissen genug, Eure Lügen werden Euch nicht helfen!"
In seiner Rechten hielt Marcar ein langes Messer umklammert. Gunther stand etwas abseits, er trug eine Pergamentrolle und einen kleinen ledernen Beutel bei sich. Der Mann blickte zu seinen Seiten, auf eine Gelegenheit lauernd, entkommen zu können. Aber seine Blicke blieben von Marcar nicht unbemerkt und er trat näher.
"Versucht es nicht, wir haben Bögen."
<Von mir erfahrt ihr sowieso nichts!>
"Schert Euch zum Teufel!"
<Der erwartet euch schon.>
Marcar trat näher und packte den Mann am Kragen und schüttelte ihn, dieser wehrte sich aber nicht. Auf eine Geste Gunthers hin warf er ihn zurück auf den Boden.
<Man wird euch noch zu fassen bekommen, euch und alle anderen!>
Nun ergriff erst Gunther das Wort.
Bevor man uns zu fassen bekommt, haben wir schon die Hände um euren Hals gelegt. Was wollte Cerborr damit bezwecken, dass Ihr Euch auf das Bett in seiner Kammer in der Kaserne legt?
<Ich sage nichts.>
Wir werden es ohnehin herausfinden. Schafft das Wesen mit in die Gilde. Bazti kennt es vielleicht.
Gunther drehte sich um und entfernte sich. Marcar fragte nicht weiter. Er brachte den Mann zum Fall, als er aufsprang und davonlaufen wollte, in einem Moment, in dem er sich unbeachtet wähnte, bog ihm die Arme auf den Rücken und fesselte ihm die Hände. Nach einem raschen Schlag war der Mann ohnmächtig und Marcar lud ihn auf ein Pferd. Anschließend wandte er sich an Gunther.
"Cerborr weiß möglicherweise von unserem Vorhaben. Er ist nur Hauptmann der Wache, wie kann er dann so gefährlich sein?"
Er ist nur solange gefährlich, wie wir ihn noch nicht getötet haben. Doch genug davon. Kein Wort während des Ritts zurück.
Damit stieg Gunther in den Sattel seines Rappen und ritt gemeinsam mit Marcar wider nach Osten.
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Kurz nachdem es Nacht geworden war, fand sich Gunther, über das Kellergewölbe unter der Außenburg, bei der Kaserne ein. Zwei Wachen standen vor der Tür und unterhielten sich, bevor einer davon in die Kaserne zurückging, die andere mit einer Fackel in der Hand draußen stehen blieb. Gunther beschrieb einen großen Bogen in der Dunkelheit, bevor er sich der rechten Mauer der Kaserne näherte. Er war selten bisher hier gewesen, aber im Grunde ging es um einen ganz gewöhnlichen Diebstahl - wenn die "Beute? denn in der Kaserne war. Es ging darum, ob Ceborr das Schutzgeld in der Kaserne aufbewahrte und geeignete Druckmittel zu finden, mit denen man ihn entweder erpressen oder in eine Falle locken konnte. Zumindest besaß er als Hauptmann der Wache ein eigenes Zimmer und nach dem Tod Alfreds war er vielleicht dreister geworden. Der neue Kommandant war jung und viele hielten ihn sicher für zu unerfahren. Eine solche Gelegenheit würde Gunther ohne sein eigenes Zutun nie wieder bekommen. Also begann er damit, langsam auf das Dach der Kaserne zu klettern, auf das hintere Ende des Daches, um von eventuellen Beobachtern aus der Burg, an die die Kaserne direkt anschloss, nicht sofort entdeckt zu werden. Auf der anderen Seite stieg Gunther wieder hinab und hielt vor dem erstbesten Fenster mit hölzernen Läden. Er drückte leicht dagegen, aber nichts bewegte sich. Er nahm den geschwärzten Dolch in die Hand und fuhr damit zwischen den Beiden Brettern von unten nach oben hindurch. Er bemerkte einen leichten Widerstand, drückte etwas, und der Riegel, der auf der anderen Seite des Fensters war, wurde nach oben geschoben. Das Fenster war offen. Gunther nahm einen Pergamentfetzen zur Hand, den Marcar, der nun unten im Keller wartete, ihm gegeben hatte. Ceborrs Raum lag auf der linken Seite des langen Ganges, der von der großen Vordertür gleich zu Alfreds altem Zimmer führte. Es war die vierte Tür von vorn, also die zweite von hinten bei allen fünf Türen auf dieser Seite. Natürlich war die Tür verschlossen und man hörte ab und an dumpfe Schritte. Gunther drückte sich gegen die Wand. Seine Ahnd zuckte zurück, als aus einer der anderen Tür zwei Wachen mit Lampen kamen. Er wagte kaum zu atmen, als sie inmitten des Ganges stehen geblieben waren und er hatte bereits den Dolche im Anschlag, als eine in das Zimmer zurückging und der andere Soldat den Flur in die entgegengesetzte Richtung weiterschritt. Sofort als von den Männern nichts mehr zu sehen war, lauschte Gunther. Es war sicherer, wenn auch etwas von der wertvollen Zeit verloren ging, aber es war nichts zu hören. Leise begann Gunther, mit Metallstiften und Haken an dem Schloss zu arbeiten, doch es erwies sich als äußerst geschickt angefertigt und er war gezwungen, die Handschuhe auszuziehen, um besser zurechtzukommen. Endlich war das Schloss geöffnet, als wider eine Wache in Erscheinung trat. Es war die Gleiche von eben, doch nun ging sie zurück in das Zimmer, aus der sie gekommen war. Lautes Lachen drang aus dem Raum. Gunther konnte es fürs Erste egal sein und er drang in Ceborrs Raum ein. Ein Tisch stand direkt nahe eines Fensters, sowie ein Stuhl davor und dahinter. Gunther schloss leise die Tür und begab sich zum Tisch, wo sich mehrere Blätter und andere. noch undeutliche Gegenstände befanden. Eben als er die Blätter las, bemerkte Gunther ein deutliches Geräusch aus einer der Ecken des armes. Er fuhr herum und sah zum eigenen Erschrecken eine hölzernen Pritsche, auf der ein Mann lag, der sich im Schlaf eben herumgewälzt hatte. Wer es war, konnte man nicht erkennen, aber es sielte auch keine Rolle. Sofort verharrte Gunther in der Position, in der er eben war und hielt seinen Blick auf den Mann fixiert. Erst nach einigen, zerrenden Augeblicken, nach denen der unruhige Schläfer wieder still war, rührte sich auch Gunther wider und legte die Blätter zurück auf den Tisch. So leise es ihm möglich war, begab er sich hinter den Tisch, doch das Gelächter aus dem Nebenzimmer war nun so laut, dass sich der Mann wider zu rühren begann. Gunther duckte sich sofort und wurde durch die Tischplatte halbwegs verborgen. Er konnte erkenne, wie der Mann schwerfällig aufstand und zur Tür ging. Ihm würde nun auffallen, dass sie nicht mehr verschlossen war und Gunther nahm, wie bereits zuvor, seine Waffe zur Hand. Er würde den Mann töten müssen, sollte er bemerken, was geschehen war. Der Schläfer drückte den Türgriff nach unten.
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Das werdet Ihr erfahren. Jetzt noch nicht. Ich muss Vorkehrungen treffen.
Gunther stand auf und schob den Stuhl an den Tisch zurück.
Ich werde Euch holen lassen, wenn alles bereit ist. Geht derweil nach unten, wo die Aufenthaltssäle sind oder in den Hof hinaus.
Es würde nicht lange dauern und Gunther ging durch die große Flügeltür wieder hinunter. Ein Schatten hatte sich von der Wand gelöst, als Gunther sich eben zum Gehen wandte und blieb einige Schritte später stehen. Ob er die ganze Zeit anwesend war, konnte man nicht sagen, aber es war wahrscheinlich.
Unten im Vorsaal traf Gunther wider auf Marcar. Von ihm erfuhr er, dass Shannon zum Schwarzjoch gegangen war und allen Anscheins nach dort fündig werden würde. Gunther nickte und ging einen langen Gang entlang, der zu seiner Rechten war. -
Gunther verharrte lange in seiner abwartenden Stellung, hatte aber die Skizzen Baztis genau studiert. Endlich ergriff er wieder das Wort.
Keine Fragen.
Wieder schwieg Gunther, aber nicht so lange wie vorher. Es schien, als sie die Sache wichtiger als anfangs vermutet.
Die Kapelle scheidet aus. Vor allen Leuten kann er nicht beseitigt werden. Sein Haus scheint günstig zu sein. Scheint. Die Felder sind eine gute Gelegenheit.
Elender Heuchler, Schutzgeld zu erpressen und in der Kapelle beten.
Gunther sagte dies zu sich selbst, auch war nicht viel davon zu verstehen, da er sich noch immer den Kopf mit den Armen abstützte.
Wir brechen bald auf. Bereitet Euch vor.
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Bazti
Respekt für die Pläne vom Haus des Hauptmanns!
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Bald kam Bazti wieder. Gunther stützte das Kinn auf seine gefalteten Hände ab und hielt den Kopf leicht gesenkt, sodass man dennoch nur das untere Drittel des Gesichts zu sehen bekam. Eine kühle und tiefe Stimme kam unter der Kapuze hervor.
Erzählt mir alles. Dann werden wir weiter sehen.
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Gunther saß an einem langen Tisch oder eher eine Tafel, die inmitten des Saales stand, als Bazti zu ihm trat. Mehr oder weniger bereitwillig beantwortete er dessen Frage. Er war gerade dabei gewesen, einen Plan zu entwickeln, mit dem man Cerborr in eine Falle und in sein Verderben locken könnte.
Eine Treppe führt dort in der Ecke nach oben. Dort ist das, was einst die Küche war.
Gunther schwieg wieder. Bevor aber Bazti wider gegangen war, sagte er noch etwas zu diesem.
Wenn Ihr wiederkommt, müssen wir uns mit der Cerborr beschäftigen.
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In den Morgenstunden, kurz vor Sonnenaufgang, kehrte Gunther zurück. Sicher war Shannon schon aufgebrochen. Er ließ sich von Marcar, der eben zurückgekehrt war, von dem Treffen mit dem Elythrianer berichten, bevor dieser verschwand. Gunther trat wieder in den Großen Saal und wartete.
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Shannon war gegangen. Gunther starrte noch eine Weile aus dem Fenster, bevor er den Saal durchquerte und auf den breiten auf der linken Seite ging. Er stiege eine Treppe hinunter. An ihrem Ende war Links eine weitere Treppe. Sie führte wieder nach oben, allerdings bis hinauf auf eines der Dächer. Gunther stieg hinauf.
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Nein. Ihr seid erfahren genug, Shannon, um diese Dinge selbst zu wissen. Ihr seid nicht umsonst einer der Besten in der Gilde.
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Das wäre aber eine große Ehre.
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Gunther wandte sich von dem wenigen, dass man draußen sehen konnte ab, als er Shannon sprechen hörte.
Was ist?
Ihm fiel dabei auf, dass er Bazti aus den Augen verloren hatte, aber er konnte ohnehin nicht vollkommen unbemerkt durch die Gilde wandern.
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Gunther drehte sich um und ging die Treppe nach oben. Durch eine Eichentür tretend bei den hohen Fenstern und sah hinaus.
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Gunther beobachtete Shannon, wie er verschwand. Er hatte eher damit gerechnet, dass Shannon noch etwas zu sagen gehabt hätte, aber anscheinend war es nicht so. Jedes Ziel der Männer, die die Gilde verlassen hatten, war klar definiert und Shannon war sich dem wohl sehr gut bewusst. Aber Gunther schob all diese Gedanken beiseite und der nachdenkliche Blick, den man nur äußerst selten auf seinem Gesicht sah, verschwand und die gewohnte Miene kehrte zurück. Er wandte sich an Bazti, nachdem nur noch drei der Anfangs 12 gestalten anwesend waren und in der Gilde umherliefen.
Nun. Die Sache mit Ceborr wird in den nächsten Nächten in die Wege geleitet. Aber jetzt ist noch keine Zeit. Die Gilde könnt Ihr jetzt nicht mehr verlassen, außer Ihr geht, wenn man Euch freiwillig gehen lässt. Hier ruht Ihr Euch aus von Euren Fahrten.
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Für gewöhnlich wurden diese Angelegenheiten im Saal besprochen, aber einige Dinge waren schon beschlossen. Man hatte nur noch auf Gunthers Rückkehr gewartet und es würde keine Besprechungen mehr geben.
Den brauchen wir jetzt nicht. Um Ceborr kümmern wir uns selbst. Nicht diese Männer hier.
Er wandte sich an einige von ihnen.
Marcar, Ihr geht wie vereinbart zu den Weidenwäldern und trefft Euch mit dem Mann aus Elythria.
Marcar verschwand mit drei Männern nach oben.
Ihr, Andelin, nehmt Bliant und Orwyn mit.
Die drei Männer warteten, bis das Tor wieder geöffnet wurde. Als sie nach draußen gingen sah man, dass die Pferde verschwunden waren.
Shannon, suche so bald wie möglich nach deinen Begleitern, denen du auf dem Weg nach Fornax begegnet bist. Ich will wissen, was sie tun und sie vertrauen dir. Ich suche nach Alfred, dem alten Heerführer.
Um die Sache mit Ceborr wird man sich in Bälde kümmern.Gunther sah dabei einen Mann an, der zu seiner rechten noch stand und nickt, bevor er die Gilde ebenfalls verließ.
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Mehr ahnte man, als das man sah, wie eine oder zwei Personen das Tor wieder verschlossen. Die zeit schlich dahin, so schien es und ringsum man konnte nach einiger Zeit dumpfe Schritte hören, bis sie verstummten.
Macht Licht!
Sofort, aber langsam, bewegte sich zu beiden Seiten Schatten zu den Wänden, die man nicht sehen konnte und so sah es aus, als ob der Raum ins unendliche ginge, wenn nicht der Schall von den Mauern zurückgesprungen wäre und dem geübten Ohr die Grenzen des Raumes verriet.
Plötzlich wurde es heller und obwohl an der rechten und linken Wand jeweils nur eine kleine Leuchte mit hellbläulicher Farbe brannte, erschien es ein krasser Unterschied zur eben noch herrschenden Dunkelheit zu sein. Als sich die Augen daran gewohnt hatten, sah man zu beiden Seiten Männer stehen, die ähnlich wie Gunther gekleidet waren, aber keiner von ihnen gleich. Es waren sechs auf jeder Seite, alle Mitglieder, die zurzeit in Avalon waren, Shannon nicht mitgezählt. Der Rest war anderswo zu Gange, nur wusste dies niemand außerhalb der Gilde, auch nicht die genaue Anzahl. Man konnte sehen, wie sie ihre Waffen wegsteckten, nachdem sie Gunthers Stimme erkannt hatten.
Genau vor ihnen stieg eine große hölzerne Treppe in die Höhe, die zum Großen Saal hinaufführte. Dies war nur die Vorhalle. Gunther trennte sich ein paar Schritte von seinen Begleitern. Die Blicke ruhten meist auf Bazti. Gunther ging an den beiden Reihen vorbei und wechselte jeweils ein paar Worte mit einer der Gestalten auf jeder Seite.
Schließlich ergriff er das Wort, damit es alle hören konnten.Dies ist Bazti. Er berichtete Dinge, die den Schluss zulassen, dass Hauptmann Ceborr eine Gefahr ist.