Bald erreichte Gunther ein großes, zweiflügliges Tor aus massivem Holz. Dass sie bisher noch nicht aufgehalten worden waren, war dem Mann zu verdanken, der oben auf einem der vier offenen Dächer Ausschau hielt - und wenn er dies nicht tat, war die Gilde so oder so unzugänglich, außer man würde noch den zweiten Zugang kennen.
Das Holztor ließ sich nu von Innen öffnen und daher klopfte Gunther vier Mal. Dies war sein Zeichen und bald würde man das Tor öffnen. Sollte einmal unabsichtlich einem Feind oder Fremden geöffnet werden, würde dieser nicht weit kommen. In der Vorhalle gab es genügend Nischen für Schützen. Aber der beste Schutz waren Angst und Dunkelheit. Nach dem Klopfsignal dauerte es einige Momente, bis etwas zu hören war. Schwere Riegel schnappten im Inneren zurück. Als die Torflügel lautlos aufschwangen, gerade so breit, dass eine Person hindurchgehen konnte, sah man nur noch größere Schwärze. Es war kaum mehr möglich, die Hand vor Augen zu sehen. Wer sich nicht auch blind hier auskannte, stolperte schon über die Schwelle. Gunther wies Bazti an, ihm dicht zu folgen und direkt vor Shannon zu gehen.
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Die Pferde hielten durch. Drei Stunden nach Mitternacht, ohne die Pausen mitzuzählen, näherten sie sich der Schattengilde. Aus der Dunkelheit trat ein altes Herrenhaus hervor, ein großer, schwarzer Umriss in der schwarzen Finsternis der Nacht. Andere Herrenhäuser umgab oft eine Steinmauer, doch hier waren Haus und Mauer eine Einheit. Viele Meter maß man vom Erdboden bis zu den Dächern. Alles lag still da und sah verlassen aus. Nirgends brannte ein Licht und kein Windhauch ging.
Gunther stieg vom Pferd und ging raschen Schrittes auf das in vorwiegend rechteckig gehaltenen Formen und daher einer kleinen Festung gleichende Gebäude zu. -
Es macht Sinn. Lhum ist ein Teil deines Namens.
Gunther sagte nichts mehr und würde auch nichts mehr dazu sagen. Er trieb das Pferd an, das nun nach Osten in die Nacht galoppierte.
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Gunther stieg auf sein Pferd.
Lhum, wir reiten weiter.
So wie Gunther das Pferd nach Osten wandte, sah es ganz danach aus, als sei das die Richtung, in die es nun gehen würde. Es war noch etwas dunkler geworden.
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Ihm fiel nichts auf, was darauf schließen ließ, dass jemand nachts auch nur auf der Straße vorbeigekommen war. Aber nun hatte er es eilig.
Wir haben viel zu tun. Noch diese Nacht will ich bei der Gilde sein.
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Gunther hatte sich etwas abseits hingesetzt, verborgen von Blicken von der Straße und den Wiesen auf deren anderer Seite. Ob er wirklich schlief oder nicht, konnte man nicht sehen. Er saß mit dem Rücken zu Shannon und Bazti, allerdings nicht, weil er etwa Bazti vertrauen würde. So war eher nichts davon zu sehen, was er wirklich tat. Ob er schlief oder doch den Dolch in der Hand hielt und nur darauf wartete, dass jemand sich von hinten anschlich, mit der Absicht, ihn zu überraschen.
Langsam verging der Tag. Was davon noch übrig blieb verbrachte Gunther in der Ruhe, die er nötig hatte. Als es gänzlich dunkel geworden und Mitternacht schon nahe war, stand er auf. Er sah sich nach den anderen um und ob noch alles in der Gegend so zu sein schien, wie sie es vorgefunden hatten, als sie hielten. -
Missgelaunt ritt Gunther weiter. Er hatte noch gehört, was der Mann zu Shannon sagte. Warum er sich ausgerechnet für den Schwarzjoch, einen Berg in einer sonst wenig besuchte Gegend interessierte, blieb Gunther verschlossen. Erst musste er sich um weit wichtigere Dinge kümmern. Solange der Berg nichts mit seinen Plänen zu tun hatte, waren ihm die Vorgänge dort egal.
Allmählich wurde dafür eine Rast bitter nötig, egal, ob es noch hell war, oder nicht. Gunther schwenkte plötzlich nach Osten von der Strasse hinunter, nachdem sie sicher vier weitere Meilen geritten warn. Das sollte fürs erste genug sein.Wir rasten jetzt. Wenn Lhum und ich ausgeruht sind, ziehen wir weiter.
Schon stieg Gunther vom Pferd und machte sich daran eine geeignete Stelle zu finden.
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Ohne dass etwas nennenswertes passierte, ritten sie stumm weiter, bis sie zu der Stelle kamen, an der sie den Fremden unweigerlich trafen. Gunther sagte nichts zu ihm, sondern nickte ihm nur zu. Als er an ihm vorbeigeritten war, versuchte er so gut es ging aus den Augenwinkeln zu sehen, was der Mann tat.
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Shannon und Bazti schienen bereit zu sein. Nun hieß es abzuwarten, bis sie dem Fremden begegneten. Gunther plante lediglich, so schnell und unauffällig wie möglich an ihm vorbei zureiten. Sie hatten Besseres zu tun, als sich mit Reisenden aufzuhalten, außer der Mann würde bleiben. Dann wäre es wohl doch wissenswert zu erfahren, wer und was er ist.
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Gunther sagte dazu nichts, sondern ritt seines Weges, immer auf der Straße. Es war schon Mittag und entsprechend warm. Gunther konnte sich nicht erinnern, Anon angewiesen zu haben, neben den Pferden Essen mitzubringen. Also hatten sie auch nichts. Allerdings konnten sie nun mittlerweile sicher sein, dass ihnen niemand folgte. Es war viel Zeit vergangen, seit sie die Verfolger am Lazarett abgehängt hatten. Trotzdem würde Gunther bald die Straße nach Osten verlassen. Er überlegte schon die nächsten Schritte, als er weit vorn eine einzelne Person erkannte, die auf der Straße lief.
Ein Reisender ist dort vorne, noch eineinhalb Meilen oder mehr entfernt.
Mehr sagte er nicht, da er davon ausging, dass jeder wusste, wie er sich zu verhalten hatte. Er selbst zog den Dolch und steckte ihn in eine dafür vorgesehene Schlaufe unter dem Umhang.
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Gunther sah zu Shannon.
Wer sagte etwas von Zutritt? Und nein, meinen Vorgänger kanntest Du nicht Shannon. Ich will nicht sagen, das ist zu lange her, aber die Dinge waren damals anders. Avalon wurde noch nicht vom Rat regiert.
Dann wandte er sich mit bedeutend lautere Stimme an Bazti.
Bald müssen wir rasten. Lhum und ich waren die ganze Nacht unterwegs...
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Nichts davon. Er kann mitkommen oder zurückkehren. Um Dann in Avalon zu sterben. Also denke, ich, er wird mitkommen.
Gunther starrte Bazti kurz an und stieg dann wider auf sein Pferd. Es trabte langsam los, weiter die Straße entlang nach Norden.
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Gunther nahm die Blätter, steckte sie unter den Umhang, ebenso wie seinen Dolch.
Wir reiten bis weit nach Norden, dann kehren wir um und reiten zur Schattengilde.
ooc: Was meinst du Mithrandir? ^ ^
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Sag bloß, Du bist dort angemeldet?
Klingt fast so: angemeldet, aber trotzdem nie da.
Wegen dem Anmelden wegen dem Titel: Ich denke, da schauen schon voldemort und Salmar darauf, dass da nicht missbraucht wird. -
Nun, er persönlich gab Euch den Brief, das Wachsiegel ist für nichts ein Beweis. Er kann Euch in dem Schrieb einfach angelogen haben, die einfachste Art der Täuschung. Zumindest Cerborr hält Euch scheinbar nicht für einen einfachen Dieb, sonst hätte er Euch nicht mit diesem Auftrag losgeschickt.
Gunther beobachtete die Regung Baztis, sah jedoch, wie dieser nur einige Blätter hervorholte.
Ich wäre froh, wenn ich wirklich alles wüsste, was der andere von mir weiß. Aber man kann es nie wissen.
Dann wartete er darauf, dass ihm Shannon die Blätter aushändigte.
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Gunther blieb relativ unbewegt von dem, was passierte. Als Shannon Bazti in die Mangel nahm, steckte Gunther den Bogen weg und schob den Pfeil zurück in den Köcher, der unter dem Sattel verborgen war. Dann sprang er vom Pferd und zog seinen Dolch. Mit ruhiger Stimme sagte er:
Lass ihn los, Shannon.
Er ging langsam auf Baztis Pferd zu.
Keine Sorge, die Tage des Hauptmanns sind gezählt. Das wäre ja etwas Neues, dass es in Avalon die Todesstrafe gibt. Nein, Ceborr muss sterben.
Gunther hatte Bazti erreicht und begann nun, um seinen Rappen zu kreisen, während er sprach.
Aber was spielt Ihr für eine Rolle in diesem Spiel?
Er blieb plötzlich stehen.
Könntet Ihr ganz sicher behaupten, dass Ihr nicht getäuscht wurdet? Erst bringt Ihr zu Ende, was man von Euch verlangt und dann endet Ihr doch noch als Toter.
Gunther machte eine Pause.
Ja, wahrscheinlich. Wir könnten Euch Schutz bieten.
Es war unmissverständlich, wer mit "wir" gemeint war. Es konnte sich nur um die Schattengilde handeln.
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Wahrheiten gibt es viele. Aber nur eine echte. Zeigt mir den Brief.
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Du hast bestimmt den Patch drauf.
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Sagen Menschen in Angesicht des Todes die Wahrheit, Bazti? Ich will erst die Antwort auf diese Frage hören, dann kommt alles weitere.
Gunther senkte den Bogen nicht oder tat etwas anderes, was ihn schutzlos machte. Es mochte sein, dass er momentan überlegen war, aber er wusste zu gut, dass sich dies ändern konnte. Daher ging Gunther dieses Risiko erst gar nicht ein und sah nicht einmal zu Shannon, sondern fixierte Bazti.
ooc.: Nicht so schlimm. Das sind halt Details.

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Sofort hielt Gunther das Pferd an. So vergrößerte sich der Abstand ziwschen seinem Pferd und denen seiner Begleiter etwas. Er griff rasch nach dem Bogen und legte einen Pfeil auf, mit dem er auf den Fremden zielte, noch nicht so, dass es ihn tödlich treffen würde, aber sobald Gunther Zeit zum Luft holen haben würde, würde er dies korrigieren.
Ach, tatsächlich?
ooc.: Du kannst meinen Blick nicht sehen, wenn ich eine Kapuze trage.